Darmstädter Echo vom 08.12.2009
Santa Claus im modernen Gewand
Expressions 88:
Weiterstädter Chor gestaltet stimmungsvollen Abend in
der Kirche Gräfenhausen.
Die
besondere Atmosphäre in der kleinen Steinkirche in Gräfenhausen
sorgt für weihnachtliche Stimmung, die Musik unter dem Motto
,,Santa Claus Is Coming" tut ihr übriges für eine
perfekte Vorbereitung auf Weihnachten.,,Wir hoffen, dass Sie
heute einen stimmungsvollen Advent verbringen können",
begrüßt Chormitglied Henry Bienek das Publikum.
Zu
einem weihnachtlichen Konzert hatte der Weiterstädter Jazz-
und Popchor ,,Expressions 88" in die evangelische Kirche
Gräfenhausen eingeladen. Der Chor unter Leitung von Wolfgang
Diefenbach versammelte sich vor dem Altar, direkt unter dem
Adventskranz. Mit dem Lied ,,I´ll be home for christmas"
wurde der Abend eingeleitet. Pianist Bernhard Kießig
begleitete die Sänger auf dem Keyboard.
Spätestens
beim zweiten Lied ,,Halleluja" kam Bewegung in den Chor.
Es wurde mitgeswingt und mitgetanzt. ,,Das besondere ist, dass
der Chor nicht nur auf klassische deutsche Musik spezialisiert
ist", erklärte Diefenbach. ,,Wir singen eher moderne und
jazzige Stücke und sind glücklich über die tolle
Auswahl."
Ein
weitere Höhepunkt waren die Gedichte, die von Gaby Draudt,
Agnes Gudelke, Brigitta Maier, Dorothee Link und Henry Bienek
vorgetragen wurden. Ob ,,Einsame Weihnacht" von Arnold
Kirchner oder ,,Weihnachten" von Joseph von Eichendorff,
für jede Stimmung war etwas dabei. Gedichte und Lieder
wechselten sich ab, auch Klassiker wie ,,Winter Wonderland"
und ,,Joyful" mit verschiedenen Solo-Sängern durften
nicht fehlen.
,,Das
Ave Maria war am Schönsten", fanden Lydia Streit und
Leni Steiger. ,,Eigentlich kann ich gar nicht sagen, was am
Schönsten war", sagte dagegen Herta Nickel. ,,Ich hätte
nicht gedacht, dass diese moderneren Lieder so gut sind. Aber das ging richtig unter die Haut."
Eine weitere Besonderheit
war die etwas andere Version von ,,Jingle Bells": Während
ein Teil des Chors die Strophen sang, ließ der Rest im
Hintergrund als Sprechgesang das Wort ,,Jingle" in
Endlosschleife ertönen. So mancher im Publikum sang leise mit
geschlossenen Augen mit. Das kurze, aber stimmungsvolle
Konzert ermunterte die Zuhörer am Schluss zu lang anhaltendem
Jubel.
Darmstädter Echo Juli 2009
Summertime vor dem
Rokoko-Schloss
Konzert - Weiterstädter
Jazz- und Popchor „Expression 88" und das Quartett brillieren vor
historischer Kulisse
BRAUNSHARDT.
„Summertime“ überschrieb der Jazz- und " Pop Expression 88" sein
Konzert " im Braunshardter Schlosspark. Passender hatte der Spätnachmittag
vor der Kulisse des Braunshardter Rokokoschlosses nicht betitelt werden können.
Rund um die Freitreppe vor dem roten Salon hatten rund 300 luftig gekleidete Besucher
Platz genommen. Manche hatten die Umrandung des Springbrunnens als
Sitzgelegenheit den Gartenstühlen vorgezogen. Kinder tollten in dem zurzeit
wasserlosen Becken umher, ein Mädchen vertrieb sich die mit Radschlagen. Und
nach dem heftigen Regenguss vom Vorabend, strahlte die Sonne ungetrübt.
Doch
allein deswegen waren die Besucher aus Nah und Fern nicht gekommen. Angelockt
hatte sie der bekannte kraftvolle Vocalchor aus Weiterstadt unter seinem Dirigenten
Wolfgang Diefenbach. Schon der erste
Song „On the sunnny side of the street“, mit Temperament und Leidenschaft
gesungen, ließ die Füße der Zuhörer nicht zu Ruhe kommen, sie wippten im Takt
begeistert mit. Zwar stand der nächste Titel „Singing in the rain“ zum Gluck
konträr zur Witterung, umso kraftvoller und melodisch zugleich erklang der schwierige
sechsstimmige á Capella-Satz in den Schlosspark. Das Lied „Georgia on my Mind"
ist die offizielle Hymne des Bundesstaates Georgia, den darin enthaltenen
Solopart sang Dorothee Michiels mit
ihrer klaren Sopranstimme. Bei all den Songs beeindruckten die 40 Sängerinnen
und Sänger mit einem großen Stimmvolumen, mit Fröhlichkeit und Hingabe. Sie rissen
damit das Publikum zu Applaus und Bravo' rufen heraus.
Die
Pause nutzten die Besucher, um im Park zu wandeln oder sich über das bis dahin
Gehörte auszutauschen. „Besonders das California Medley war ausdrucksstark und
mitreisend“, schwärmt Doris Laier. „Die
englischen Songs bringen Lebensgefühl rüber, wenn sie so voller Fröhlichkeit
gesungen werden“, sag Uschi Röhrig, selbst Chorsängerin beim Chor Braunshardt.
Dann gehörte die Freitreppe dem Quartett „Finally Four", der Tenorstimme
des Arrangeurs und Kopf des Ensembles, Clemens Schäfer,
dem Bariton Ulrich Diehl und den
gewaltigen Frauenstimmen von lsidora Diefenbach und Dorothee
Michiels. Die Vokalisten präsentierten das Beste aus Swing, Latin und Pop.
Begleitet wurde das Quartett von Thomas Peter-Horas
(Piano), Udo Betz (Bass) und Uli Schiffelholz (Drums). wgf
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Darmstädter Echo April 2008
Musik voller
Fröhlichkeit
Konzert
- Weiterstädter Jazz- und Popchor "Expression
88" feiert zwanzigjähriges Bestehen - 560 Besucher im Bürgerzentrum
WEITERSTADT.
Ein Fest für Sinne erlebten rund 560 Besucher in dem Weiterstadter
Bürgerzentrum. Ohr und Auge wurden gleichermaßen verwöhnt. als am Samstagabend
der Weiterstädter Jazz- und Popchor "Expression 88" mit dem Konzert
"Do you remember" seinen 20. Geburtstag feierte. Schon immer waren
es Komponisten von Weltrang, wie Cole Porter, George Gershwin, Paul Simon,
Freddi Mercury und viele andere, die des Chorleiters Wolfgang
Diefenbachs Weiterstädter Elitetruppe reizte. An diesem
Abend stellten die 41 Sängerinnen und neun Sänger Höhepunkte aus früheren
Konzerten aber auch neue Stücke vor.
Chorleiter
Diefenbach versteht es immer wieder, sowohl die gesangliche Leistung als auch
Ausdruckskraft des Chors von Jahr zu Jahr steigern. Ausschlaggebend aber ist
die seit 20 Jahren ungebrochene Begeisterungsfähigkeit der Sänger.
Der
Fußboden vibrierte, wenn sich der Rhythmus von der Bühne auf viele hundert Füße
übertrug. Ovationen gab es schon vor der Pause, besonders bei dem "Sister
Act Medley", denn als die singenden Nonnen ihr Kostümierung abwarfen und
mit bunten Kleidchen weiter rockten, raste das Publikum. Aber auch die
Solisten Gabriele Draudt, Dorothee
Michiels und Alfred Drechsler feierte das Publikum mit reichlich Applaus. VieI
Beifall erhielten Dirigent Diefenbach nach einem Solo mit der Querflöte und das
Vocal Ensemble „Le Courage" aus Niedernhausen. Mit diesem Chor ist
Expression 88 seit Jahren freundschaftlich verbunden. Gefühlvoll begleitete die
"Rock Magic Band" Chor und Solisten.
War der
erste Teil schon mit Höhepunkten gespickt, so steigerte sich die Weiterstädter
Gesangstruppe nach der Pause mit noch anspruchvolleren Titeln und viel
rhythmischer Bewegung bei ,,Bohemian Rhapsody (Queen), „You are the Sunshine" (Steve Wonder),
dem Paul Simon Medley und "Night and Day" (Cole Porter). Und die Zuschauer
wippten mit. "It's raining men" und zwei zugaben setzten den Schlusspunkt
unter zwei unterhaltsame Stunden. Sänger Henry Bienek führte so ganz nebenbei
als Moderator mit vielen interessanten Informationen durch das Programm.
„Es war
ein tolles Erlebnis. Die Musik der Gruppe geht unter die Haut", waren sich
Sigrid und Manfred Mörtel einig. „Rhythmus, Stärke und Kraft in Stimme, Freude
beim Singen Iieß mich ein wundervolles Konzen erleben", sagt Rena Bayer
aus Darmstadt, die die Gruppe zum ersten Mal hörte. Neben Chorleiter Diefenbach
sind Brigitte Stadahl, Gabi Spamer und Alexander Franz von der ersten Stunde an
dabei. Stadahl: "Der Gewinn des Hessischen Chorwettbewerbs hat uns
zusammen geschweißt. Wir fühlen uns alle in der Gemeinschaft sehr wohl." wgf
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Darmstädter Echo vom 19.12.2006
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Wuchtige
Weihnachten
Konzert:
Viele Chöre aus der Darmstädter Region in der
Jahrhunderthalle Frankfurt-Höchst
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FRANKFURT.
Wolfgang Diefenbach liebt Großveranstaltungen. Der
Dirigent aus Niedernhausen gründete 1985 das
Landes-Jugend-Jazz-Orchester Hessen „Kicks and Sticks“
und leitet den Weiterstädter Chor „Expression 88“
seit seiner Gründung vor 18 Jahren. 2002 hatte er die
Idee zu dieser vorweihnachtlichen Großveranstaltung mit
der genannten Big-Band, verschiedenen Chören und einem
Sinfonieorchester unter dem Titel „Crossover X-Mas“.
Die dritte Ausgabe lockte am Sonntag unter dem Motto „The
Sound Goes Big“ über zweieinhalbtausend Zuhörer in
die Jahrhunderthalle nach Frankfurt-Höchst.
Verstärkt
wurde das Weiterstädter Ensemble am Sonntag noch durch
den Konzertchor aus Darmstadt. Hinzu kam das
Vokal-Ensemble „Le Courage“ aus Niedernhausen, das
ebenfalls von Diefenbach geleitet wird, als Gastgeber.
Mit dem Wixhäuser Kinderchor „Just Amasing"
kamen somit gut 200 Sänger zusammen. Als dann noch die
Musiker der Baden-Badener Philharmonie das Podium
betraten und neben der Jugend-Big-Band Platz nahmen,
wurde es sogar auf der riesigen Bühne eng.
Entsprechend
wuchtig erklang zu Beginn „Joy to the World“. In
diesem dicken musikalischen Pelz fiel es dem
amerikanischen Tenor Ken Norris leicht, „White
Christmas“ fast noch weicher als Bing Crosby zu
intonieren. Aus Vancouver war zudem die gazellenhafte
Blues-Sängerin Dee Daniels angereist, die dem Abend
einen Hauch von Soul verlieh. Und dass der hessische
Jazz sich um den Nachwuchs kaum Sorgen machen muss,
zeigten die Solisten Benjamin Steil am Altsaxofon und
Florian Sperzel am Flügelhorn.
Weihnachtliche
Musik gibt es auf dem ganzen Erdball. Diesem
interkulturellen Ansatz entsprechend, spielte der
Japaner Masakazu Nishimine die „Taiko“, eines der ältesten
Instrumente der Welt. Mit nackten Oberkörper
bearbeitete er die Riesentrommel, bis der Beifall die
gewaltigen Schläge nahezu übertönte. Leise Klänge
waren am Sonntag in der Jahrhunderthalle zwar selten,
sie wirkten dann aber um so faszinierender. So
provozierten die Kinder aus Wixhausen mit dem
afrikanischen Weihnachtslied „Dry Your Tears Africa“
einen frenetischen Applaus des Publikums.
Von
der Aufnahme wird, wie bei den früheren Veranstaltungen
auch, ein Album produziert. Es ist bei den beteiligten
Chören erhältlich sowie im Internet unter
www.crossover-x-mas.de.
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mand
19.12.2006
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Darmstädter Echo vom 10.07.2006
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BRAUNSHARDT.
Eine würdigere Begrüßung konnte sich das „heimgekehrte“ Braunshardter
Rokokoschlösschen nicht wünschen. Zwei hessenweit bekannte Weiterstädter
Vereine, der Jazz- und Popchor Expression 88 und die Count City Big
Band aus Gräfenhausen „swingten“ am Freitagabend vor der Fassade des 1760
erbauten Luisenflügels. Davor saßen im Halbrund etwa 300 Besucher. Viele
davon nahmen das von der Stadt Weiterstadt erworbene Kleinod erstmals aus
nächster Nähe wahr.
Die Freitreppe vor dem
einstigen Speisesalon diente den 35 Sängern als Bühne. Fröhlich und voller
Leidenschaft zelebrierten sie acht ganz unterschiedliche Stücke auf einem
hohen Niveau. Nicht nur mit der Stimme, mit dem ganzen Körper schienen sie zu
singen. Ihre Begeisterung schwappte schnell auf die Zuschauer über. Bei noch
blauem Himmel beschwor der Chor unter Leitung von Wolfgang Diefenbach mit dem
Song „On a clear Day“ aus dem gleichnamigen Musical, dass es auch an diesem
Abend so bleiben möge.
Felix Mendelssohn
Bartholdy hätte seine Freude gehabt, wie seine sechs Lieder aus dem Opus 59
„O Täler weit“ in verjazzter Form klangen. „Ein extrem hoher
Schwierigkeitsgrad, dies so zu singen“, wie der Dirigent hinterher
bestätigte. Ob „Mood Indigo“, „All things you are“ von Duke Ellington, „St.
Louis Blues”, „Close to you“, „Gitarren spielt auf“ – die Melodien
gingen ins Ohr. „Mitreißend, die Bohemian Rapsody“, sagte ein Zuschauer.
Viele Füße wippten auch bei der von Henry Bienek moderierten amüsanten
„Gesangstunde“ im Takt mit.
Die Füße blieben auch in
Bewegung, als im zweiten Teil die Count City Big Band unter Leitung von Sven
Adelberger fetzige Musik in den Park schickte. Originalarrangements von Duke
Ellington, Sammy Nestico, Peter Herbolzheimer und vielen anderen sind
Markenzeichen dieser Gräfenhäuser Band. „A warm Breeze“, eine warme Brise,
war es mindestens, was sie ihren Instrumenten entlockten, oft aber eher ein
gewaltiger Sturm. Bei fast jedem Stück bestachen Solisten mit ihrem ganz
typischen Sound.
Gesangssolistin Dorothee
Michiels brillierte bei „Agua de Beber“ und „Alright; okay; you win“.
Gewonnen hatten vor allem die Zuschauer. Rolf Schuster aus Gräfenhausen
meinte etwa: „Ein geglücktes Arrangement von Chor und Bigband in einer
romantischen, aber prickelnden Atmosphäre.“
Zum Abschluss
traten noch einmal beide Formationen mit dem Titel „Blue Moon“ gemeinsam in
Aktion. Zwar konnte der Mond weder blau noch überhaupt gesichtet werden, denn
dunkle Wolken zogen von Westen her auf. Blitze zuckten in der Ferne und
überstrahlten für Sekunden die stimmungsvolle Atmosphäre der Lichterketten im
Park. Doch Blitz und Donnergrollen verhinderten nicht den Höhepunkt des
Abends beim gemeinsamen Auftritt von Chor und Big Band.
Als die letzten Töne
verklangen, kündigten die ersten Regentropfen den später einsetzenden Wolkenbruch
an. Im „kleinen Schwarzen“ und im dunklen Anzug brachten die Akteure ihre
Instrumente, Stühle und Bänke in Sicherheit. Ein letzter Swing an diesen
Abend im letztlich nassen Park.
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WERNER G. FELDMANN
10.7.2006
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| Darmstädter Echo vom 23.11.2004 |
Ein großer Tag für einen kleinen Chor
Konzert: Die Weiterstädter Jazz- und Popsänger von Expression 88 zeigten in der "Alten Oper" Frankfurt ihr Können - Ein bleibendes Erlebnis
Von Werner Feldmann:
WEITERSTADT. Seinen wohl größten Auftritt hatte der Weiterstädter Pop-Chor Expression 88 am vergangenen Samstag: In der Alten Oper Frankfurt standen die 35 Sängerinnen und Sänger bei dem "Crossover-X-Mas" Konzert ihres Dirigenten Wolfgang Diefenbach auf der großen Bühne des ehrwürdigen Hauses.
Je nach Stimmlage waren die Weiterstädter in dem Riesenchor von zweihundert Sängern, alle mit geschulten Stimmen, verteilt. Ein gewaltiges Klangvolumen erfüllte den großen Konzertsaal, als der Dirigent den Taktstock erhob. Ganz gleich, ob "America" aus Leonard Bernsteins "Westside Story" oder das "Hallelujah" von Georg Friedrich Händel erklang, die Zuschauer in dem fast ausverkauften Konzerttempel erlebten musikalische Sternstunden. Denn nicht nur das Heer von "Meistersingern" hatte der Chorleiter aufgeboten. Auch das von ihm geleitete Orchester der Baden-Badener Philharmonie und das Hessische Landesjugend-Jazzorchester füllten die Bühne. Dass sie mit internationalen Stargästen wie der kanadischen Sängerin Dee Daniels - von der es heißt, sie gehöre zu den großen Stimmen unserer Zeit - und dem großartigen Posaunisten Jiggs Wigham auftreten durften, wird von den Expression-Sängern als ein bleibendes Erlebnis bewertet. "Da lassen sich auch die Strapazen des Tages leicht wegstecken", sagt Brigitte Stadahl müde, aber glücklich nach dem Konzert.
Der arbeitsreiche Tag hatte schon mittags um 12 Uhr mit der Probe des gesamten Ensembles begonnen. Bis 18.30 Uhr ließ Dirigent Diefenbach die 360 Sänger und Musiker Gleichklang und Harmonie üben. Unmittelbar nach der Probe beantworteten dann die Weiterstädter "Troubadoure" begeistert ECHO-Fragen. Sie schilderten ihre Eindrücke, kurz bevor der große Auftritt begann: "Für mich ist das ein großes Erlebnis, auf dieser Bühne mit einem professionellen Orchester zu proben, auch wenn so oft die gleiche Stelle zu singen war", sagt Dorothee Michiels. "Die Atmosphäre zusammen mit 360 Leuten auf einer so großen Bühne zu stehen, ist beeindruckend", schwärmt Armin Wehrle. Da zu Hause in den Proben nur Teilstücke für das Konzert geübt werden konnten, war für Helga Janning das Zusammenwachsen der einzelnen Puzzlestückchen zu einem Gesamtbild faszinierend. Spannung, Lampenfieber? "Natürlich", gibt Brigitte Stadahl zu.
Begeistert von dem Miteinander so unterschiedlicher Klangkörper zeigt sich auch Moderator Heinz Günter Heygen vom Hessischen Rundfunk, der während der Proben ebenfalls am Rande der Bühne die Akteure beobachtet. "Mir gefällt die Begeisterung der Sänger und Musiker und die Einzigartigkeit des Programms, das ich nachher moderieren muss. Es ist kein Weihnachtskonzert und doch eines. Aber fern von dem üblichen Gesülze." Für die Weiterstädter Sänger war es ein stressiger, spannungsgeladener, aber ganz großer Tag, wie Bettina Ackermann bestätigt.
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| Darmstädter Echo vom 18.11.2004 |
Töne wie "ein rohes Ei"
"Expression 88": Dirigent Wolfgang Diefenbach arbeitet seit 1988 erfolgreich mit etwa 35 Sängern in Weiterstadt
Von : Melanie Neumann
Singe, wem Gesang gegeben, sagt ein Sprichwort. Immer mehr Menschen entdecken den Gesang als Freizeitaktivität wieder. Konzerte füllen selbst große Hallen. Chöre haben Zulauf, seitdem sie sich nicht mehr ausschließlich mit traditionellem deutschem Liedgut beschäftigen, sondern sich auch zeitgenössischen Melodien geöffnet haben. In einer Serie stellt das ECHO eine Auswahl von Chören im Landkreis, ihr Repertoire und ihre Leiter vor.
WEITERSTADT. Wer glaubt, Chorleiter werfen mit Fachbegriffen aus der Musik nur so um sich, der liegt falsch. Es gibt Dirigenten, die werden nicht müde, immer neue Metaphern zu entwickeln, um den Sängern ihre Vorstellungen vom Sound zu vermitteln. Einer wie Wolfgang Diefenbach zum Beispiel, Leiter des Weiterstädter Jazz- und Popchors "Expression 88". Er greift zurück auf seine ersten Kochversuche, wenn die Sänger ein Stück besonders zart beginnen sollen: "Wie ein rohes Ei ist der Anfang." Sport fällt ihm ein, wenn nicht kantige, sondern federnde Akzente gefordert sind: "Alle Töne kicken, ja, Tennis bitte!" Denn Noten abzusingen, ist nur die eine Seite. Um einen bestimmten Klang zu realisieren, kommt es auf die Vorstellung an, sprich: "In eurem Kopf muss der Bildschirm aufgehen." Das trainiert Diefenbach mit den Sängern bereits seit der Gründung 1988.
Damals waren die Weiterstädter einer der ersten Chöre, die Wege abseits des klassischen Repertoires gesucht haben. "Ich wollte etwas finden, was jungen Leuten Spaß macht", erzählt der 53 Jahre alte Dirigent aus dem Taunus. Mit seiner Mischung aus Swing, Blues, Gospel und Pop scheint Diefenbach richtig zu liegen. Die stabile Zahl von etwa 35 Mitgliedern und die ansehnliche Liste von Konzerten beweisen dies. Und nun steht etwas Großes ins Haus. Der international geschätzte, klassisch ausgebildete Dirigent leitet neben dem Weiterstädter Chor nämlich noch weitere Formationen, unter anderem das Vocal Ensemble "Le Courage" und das Landesjugend-Jazzorchester. Er pflegt Kontakte zu anderen Orchestern und Solisten, und hat für ein Weihnachtskonzert am Samstag (20.) in der Alten Oper Frankfurt die Strippen gezogen. Helga Janning, seit drei Jahren im Weiterstädter Chor, findet es spannend, mal in so einem großen Haus zu singen. Nicht, weil es besonders aufregend wäre: "Wenn ich zwischen 200 Leuten stehe und singe, bin ich nicht aufgeregt", sagt sie, "da sind ja genug andere um mich herum." Sie freue sich, einmal hinter die Kulissen der Alten Oper schauen zu können. Für die Musik, die sie jetzt mit Begeisterung singe, habe sie sich lange Zeit gar nicht interessiert, erzählt die junge Frau. Aber dann kam sie mit jemandem zusammen, der Jazzmusiker war. Der Lebenspartner hat gewechselt, der Jazz ist geblieben. Nun proben sie und die anderen Sänger von Expression 88 im Kindergarten im Braunshardter Schloss.
Doppelprobe, das heißt von 19 bis 21.30 Uhr. Der Tag des großen Konzerts steht vor der Tür, bis dahin müssen "Brand New Day" (aus: Der Zauberer von Oz), "Bridge Over Troubled Water" (Paul Simon), "White Christmas" (Irving Berlin) und viele andere Songs sitzen. "Ich kann auch das andere", sagt Diefenbach und meint klassische Musik. "Aber die Leute im Chor haben sich auf diesen Stil festgelegt." Mittlerweile gebe es so viel anspruchsvolle Literatur in Jazz und Pop, dass eine interessante Chorarbeit möglich sei. Oft nähmen Dirigenten Songs aus der U-Musik ins Repertoire, um neue Sänger zu gewinnen.
Von der "Gospelkrücke" halte er aber gar nichts, denn gut gemacht erfordere auch diese Musik sängerisches Können, sagt Diefenbach. Wer denn bei den Weiterstädtern mitsingen möchte, sollte Töne treffen. "Es gibt auch ein Vorsingen - ein entspanntes", fügt der Leiter hinzu.
"Expression 88" probt immer montags von 19 bis 20.30 Uhr im Braunsharder Schloss. Info unter www.expression88.de
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| Darmstädter Echo vom 15.10.03 |
Musikalische Farbtupfer im Bürgerhaus
Konzert der Jazz und Popchor „Expression88“ feiert mit einem Auftritt in Weiterstadt sein fünfzehnjähriges Bestehen – Ein Programm für Auge und Ohr bekommt reichlich Beifall!
Von Werner Feldmann:
Weiterstadt
So wie bei einem Feuerwerk eine neue Leuchtrakete die vorhergehende mit bunten Strahlen übertrifft, so überstrahlte beim Konzert des Jazz-Pop-Chors „Expression 88“ jeder neue Programmpunkt den vorherigen. Mehr als 500 Zuschauer feierten mit dem Ensemble dessen fünfzehnjähriges Bestehen im Weiterstädter Bürgerhaus. „Schon der erste Auftritt hat mich fasziniert und dann ging es furios weiter“, schwärmte Werner Hamm. Mit dem Lied „Celebration“ gratulierte sich der Chor erst einmal selbst zu dem, was er seit der Gründung erreicht hat. „Es wäre fast abendfüllend, wolle man alle Erfolge aufzählen, sagte Rundfunk und Fernsehmoderator Elmar Bartel, der nicht nur den Abend moderierte, sondern auch mehrfach als Solist auftrat und im Duett mit Dorothee Michiels Frank Sinatras „Something Stupid“ beisteuerte.
Ob die „Expressions“ a capella sangen („As Tears go by“) oder ob sie in Begleitung der Band „Rock Magic“ Cole Porters „Night and Day“ zelebrierten, von Anfang an rissen sie das Publikum mit. Die Sänger vereinnahmten Auge und Ohr gleichermaßen. Das Publikum quittierte es mit brausendem Beifall.
Leuchtende Farbtupfer waren nicht nur die grazil dynamische „Dance Company“ aus Hofheim, auch als die Frauen bei ihrem Soloauftritt bunte Rücke über ihre schwarzen Kleider streiften und mit dem „African Medley“ singend und swingend die Bühne beherrschten, begeisterte die Zuschauer.
Dass Chorleiter Wolfgang Diefenbach, unter anderem ist er auch künstlerischer Leiter des „Landesjugend-Jazzorchesters“, musikalisch in jeder Hinsicht Herr der Töne ist, bewies er mit seinem „Querflötensolo. Begleitet wurde seine zarte Musik von Band und den beiden Tanzpaaren aus Hofheim. Stimmliches Feingefühl und rhythmische Vielfalt bewies der Chor insgesamt, aber welche kraftvollen Stimmen darin steckten, wurde deutlich, als die Solisten Dorothee Michiels, Renate Kunze, Graziella Phalbusch, Antje Sine, Brigitte Stadahl, Henry Bienek, Alexander Franz, Helga Janning und Helmut Zander vor dem Mikrofon standen. Arrangement und Choreographie entwickelte Dorothee Michiels, die damit selbst Diefenbach mit ihren Ideen überraschte:“ Es war ein professionelles Drehbuch.“ Else Bühler: „Das Arrangement war neben der stimmlichen Qualität zauberhaft.“
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