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Presse
Darmstädter Echo vom 20.12.2011

 „Zeit für Liebe und Gefühl“

Konzert – Jazz- und Popchor „Expression 88“ tritt in Gräfenhäuser Kirche auf


Die Kirche erwies sich fast als zu klein für die vielen Menschen, die dem letzten Konzert der Reihe „Musik in der Kirche“ lauschen wollten. Bis auf die hintersten Plätze der Emporen drängten sie sich aneinander. Als dann die Stimmen des Chores erklangen, schlossen viele die Augen. „Ich war jetzt bestimmt schon zum achten Mal bei diesem Konzert dabei, ich finde es immer wieder anregend für die Weihnachtszeit. Für mich ist dieser Chor inzwischen eine Institution“, fand nachher der Wixhäuser Salvatore Grotta.
Dass der Weiterstädter Chor so beliebt ist, liegt auch daran, dass das Ensemble unter der Leitung von Wolfgang Diefenbach jeden Titel überraschend anders präsentierte.
„Ich komme seit Jahren zu diesem Konzert, das ist für mich immer der Einstieg zur Weihnachtszeit und ich mag die immer neuen Kompositionen, die sind einfach schön“, bestätigte Renate Schmidt-Mittmann aus Darmstadt. Gabi Becker aus Langen fand das Konzert ebenfalls sehr schön und besonders die Männerstimmen „klasse“.
Titel des Abends waren unter anderen „Die wunderbarste Zeit ist nah“, „Es ist ein Ros entsprungen“, „Come into my Heart, Lord“ und „White Christmas“. Am Klavier begleitete Christoph Schöpsdau den Chor und bewies sein Können auch mit einem fröhlichen Solo-Stück, für das er viel Applaus erntete.
Für Abwechslung sorgte zwischen den Stücken die Lesung einer rührenden Weihnachtsgeschichte, die in drei Teilen vorgetragen wurde. Darin ging es um die Glocke „Gloriosa“, die sich an Weihnachten weigerte zu läuten, weil sie nach einem Blitzschlag einen tiefen Riss hatte und fand, dass sie furchtbar klinge.
„Zeit für Liebe und Gefühl, heute bleibt’s nur draußen kühl.“ Mit diesem Zitat verabschiedete der Chor seine Zuhörer und sorgte gleich noch dafür, dass diesen selbst in der kühlen Winterluft vor der Kirche warm wurde. Dort gab es zum Abschluss des Abends Glühwein und Kinderpunsch.


Darmstädter Echo vom 08.12.2009

Santa Claus im modernen Gewand

Expressions 88:

Weiterstädter Chor gestaltet stimmungsvollen Abend in der Kirche Gräfenhausen.                 

Die besondere Atmosphäre in der kleinen Steinkirche in Gräfenhausen sorgt für weihnachtliche Stimmung, die Musik unter dem Motto ,,Santa Claus Is Coming" tut ihr übriges für eine perfekte Vorbereitung auf Weihnachten.,,Wir hoffen, dass Sie heute einen stimmungsvollen Advent verbringen können", begrüßt Chormitglied Henry Bienek das Publikum.

Zu einem weihnachtlichen Konzert hatte der Weiterstädter Jazz- und Popchor ,,Expressions 88" in die evangelische Kirche Gräfenhausen eingeladen. Der Chor unter Leitung von Wolfgang Diefenbach versammelte sich vor dem Altar, direkt unter dem Adventskranz. Mit dem Lied ,,I´ll be home for christmas" wurde der Abend eingeleitet. Pianist Bernhard Kießig begleitete die Sänger auf dem Keyboard.

Spätestens beim zweiten Lied ,,Halleluja" kam Bewegung in den Chor. Es wurde mitgeswingt und mitgetanzt. ,,Das besondere ist, dass der Chor nicht nur auf klassische deutsche Musik spezialisiert ist", erklärte Diefenbach. ,,Wir singen eher moderne und jazzige Stücke und sind glücklich über die tolle Auswahl."

Ein weitere Höhepunkt waren die Gedichte, die von Gaby Draudt, Agnes Gudelke, Brigitta Maier, Dorothee Link und Henry Bienek vorgetragen wurden. Ob ,,Einsame Weihnacht" von Arnold Kirchner oder ,,Weihnachten" von Joseph von Eichendorff, für jede Stimmung war etwas dabei. Gedichte und Lieder wechselten sich ab, auch Klassiker wie ,,Winter Wonderland" und ,,Joyful" mit verschiedenen Solo-Sängern durften nicht fehlen.

,,Das Ave Maria war am Schönsten", fanden Lydia Streit und Leni Steiger. ,,Eigentlich kann ich gar nicht sagen, was am Schönsten war", sagte dagegen Herta Nickel. ,,Ich hätte nicht gedacht, dass diese moderneren Lieder so gut sind. Aber das ging richtig unter die Haut."

Eine weitere Besonderheit war die etwas andere Version von ,,Jingle Bells": Während ein Teil des Chors die Strophen sang, ließ der Rest im Hintergrund als Sprechgesang das Wort ,,Jingle" in Endlosschleife ertönen. So mancher im Publikum sang leise mit geschlossenen Augen mit. Das kurze, aber stimmungsvolle Konzert ermunterte die Zuhörer am Schluss zu lang anhaltendem Jubel.

 

 

Darmstädter Echo Juli 2009

Summertime vor dem Rokoko-Schloss

 

Konzert - Weiterstädter Jazz- und Popchor „Expression 88" und das Quartett brillieren vor historischer Kulisse

 

 

BRAUNSHARDT. „Summertime“ überschrieb der Jazz- und " Pop Expression 88" sein Konzert " im Braunshardter Schlosspark. Passender hatte der Spätnachmittag vor der Kulisse des Braunshardter Rokokoschlosses nicht betitelt werden können. Rund um die Freitreppe vor dem roten Salon hatten rund 300 luftig gekleidete Besucher Platz genommen. Manche hatten die Umrandung des Springbrunnens als Sitzgelegenheit den Gartenstühlen vorgezogen. Kinder tollten in dem zurzeit wasserlosen Becken umher, ein Mädchen vertrieb sich die mit Radschlagen. Und nach dem heftigen Regenguss vom Vorabend, strahlte die Sonne ungetrübt.

 

Doch allein deswegen waren die Besucher aus Nah und Fern nicht gekommen. Angelockt hatte sie der bekannte kraftvolle Vocalchor aus Weiterstadt unter seinem Dirigenten Wolfgang Diefenbach. Schon der erste Song „On the sunnny side of the street“, mit Temperament und Leidenschaft gesungen, ließ die Füße der Zuhörer nicht zu Ruhe kommen, sie wippten im Takt begeistert mit. Zwar stand der nächste Titel „Singing in the rain“ zum Gluck konträr zur Witterung, umso kraftvoller und melodisch zugleich erklang der schwierige sechsstimmige á Capella-Satz in den Schlosspark. Das Lied „Georgia on my Mind" ist die offizielle Hymne des Bundesstaates Georgia, den darin enthaltenen Solopart sang Dorothee Michiels mit ihrer klaren Sopranstimme. Bei all den Songs beeindruckten die 40 Sängerinnen und Sänger mit einem großen Stimmvolumen, mit Fröhlichkeit und Hingabe. Sie rissen damit das Publikum zu Applaus und Bravo' rufen heraus.

 

Die Pause nutzten die Besucher, um im Park zu wandeln oder sich über das bis dahin Gehörte auszutauschen. „Besonders das California Medley war ausdrucksstark und mitreisend“, schwärmt  Doris Laier. „Die englischen Songs bringen Lebensgefühl rüber, wenn sie so voller Fröhlichkeit gesungen werden“, sag Uschi Röhrig, selbst Chorsängerin beim Chor Braunshardt. Dann gehörte die Freitreppe dem Quartett „Finally Four", der Tenorstimme des Arrangeurs und Kopf des Ensembles, Clemens Schäfer, dem Bariton Ulrich Diehl und den gewaltigen Frauenstimmen von lsidora Diefenbach und Dorothee Michiels. Die Vokalisten präsentierten das Beste aus Swing, Latin und Pop. Begleitet wurde das Quartett von Thomas Peter-Horas (Piano), Udo Betz (Bass) und Uli Schiffelholz (Drums). wgf

 

 

Darmstädter Echo April 2008

Musik voller Fröhlichkeit

Konzert - Weiterstädter Jazz- und Popchor "Expression 88" feiert zwanzigjähriges Bestehen - 560 Besucher im Bürgerzentrum

 

 

WEITERSTADT. Ein Fest für Sin­ne erlebten rund 560 Besucher in dem Weiterstadter Bürgerzentrum. Ohr und Auge wurden glei­chermaßen verwöhnt. als am Samstagabend der Weiterstädter Jazz- und Popchor "Expression 88" mit dem Konzert "Do you re­member" seinen 20. Geburtstag feierte. Schon immer waren es Komponisten von Weltrang, wie Cole Porter, George Gershwin, Paul Simon, Freddi Mercury und viele andere, die des Chorleiters Wolfgang Diefenbachs Weiter­städter Elitetruppe reizte. An die­sem Abend stellten die 41 Sänge­rinnen und neun Sänger Höhe­punkte aus früheren Konzerten aber auch neue Stücke vor.

 

Chorleiter Diefenbach ver­steht es immer wieder, sowohl die gesangliche Leistung als auch Ausdruckskraft des Chors von Jahr zu Jahr steigern. Ausschlaggebend aber ist die seit 20 Jahren ungebrochene Begeisterungsfähigkeit der Sänger.

 

Der Fußboden vibrierte, wenn sich der Rhythmus von der Bühne auf viele hundert Füße übertrug. Ovationen gab es schon vor der Pause, besonders bei dem "Sister Act Medley", denn als die singenden Nonnen ihr Kostümierung abwarfen und mit bunten Kleidchen weiter rockten, raste das Publi­kum. Aber auch die Solisten Gabriele Draudt, Dorothee Michiels und Alfred Drechsler feierte das Publikum mit reichlich Applaus. VieI Beifall erhielten Dirigent Diefenbach nach einem Solo mit der Querflöte und das Vocal En­semble „Le Courage" aus Nie­dernhausen. Mit diesem Chor ist Expression 88 seit Jahren freundschaftlich verbunden. Gefühlvoll begleitete die "Rock Magic Band" Chor und Solisten.

 

War der erste Teil schon mit Höhepunkten gespickt, so steiger­te sich die Weiterstädter Gesangstruppe nach der Pause mit noch anspruchvolleren Titeln und viel rhythmischer Bewegung bei ,,Bo­hemian Rhapsody (Queen),  „You are the Sunshine" (Steve Wonder), dem Paul Simon Medley und "Night and Day" (Cole Por­ter). Und die Zuschauer wippten mit. "It's raining men" und zwei zugaben setzten den Schluss­punkt unter zwei unterhaltsame Stunden. Sänger Henry Bienek führte so ganz nebenbei als Moderator mit vielen interessanten Informationen durch das Pro­gramm.

 

„Es war ein tolles Erlebnis. Die Musik der Gruppe geht unter die Haut", waren sich Sigrid und Manfred Mörtel einig. „Rhyth­mus, Stärke und Kraft in Stimme, Freude beim Singen Iieß mich ein wundervolles Konzen erleben", sagt Rena Bayer aus Darmstadt, die die Gruppe zum ersten Mal hörte. Neben Chorleiter Diefen­bach sind Brigitte Stadahl, Gabi Spamer und Alexander Franz von der ersten Stunde an dabei. Sta­dahl: "Der Gewinn des Hessi­schen Chorwettbewerbs hat uns zusammen geschweißt. Wir füh­len uns alle in der Gemeinschaft sehr wohl." wgf

 

Darmstädter Echo vom 19.12.2006

Wuchtige Weihnachten
Konzert: Viele Chöre aus der Darmstädter Region in der Jahrhunderthalle Frankfurt-Höchst

leer

 

FRANKFURT. Wolfgang Diefenbach liebt Großveranstaltungen. Der Dirigent aus Niedernhausen gründete 1985 das Landes-Jugend-Jazz-Orchester Hessen „Kicks and Sticks“ und leitet den Weiterstädter Chor „Expression 88“ seit seiner Gründung vor 18 Jahren. 2002 hatte er die Idee zu dieser vorweihnachtlichen Großveranstaltung mit der genannten Big-Band, verschiedenen Chören und einem Sinfonieorchester unter dem Titel „Crossover X-Mas“. Die dritte Ausgabe lockte am Sonntag unter dem Motto „The Sound Goes Big“ über zweieinhalbtausend Zuhörer in die Jahrhunderthalle nach Frankfurt-Höchst.

Verstärkt wurde das Weiterstädter Ensemble am Sonntag noch durch den Konzertchor aus Darmstadt. Hinzu kam das Vokal-Ensemble „Le Courage“ aus Niedernhausen, das ebenfalls von Diefenbach geleitet wird, als Gastgeber. Mit dem Wixhäuser Kinderchor „Just Amasing" kamen somit gut 200 Sänger zusammen. Als dann noch die Musiker der Baden-Badener Philharmonie das Podium betraten und neben der Jugend-Big-Band Platz nahmen, wurde es sogar auf der riesigen Bühne eng.

Entsprechend wuchtig erklang zu Beginn „Joy to the World“. In diesem dicken musikalischen Pelz fiel es dem amerikanischen Tenor Ken Norris leicht, „White Christmas“ fast noch weicher als Bing Crosby zu intonieren. Aus Vancouver war zudem die gazellenhafte Blues-Sängerin Dee Daniels angereist, die dem Abend einen Hauch von Soul verlieh. Und dass der hessische Jazz sich um den Nachwuchs kaum Sorgen machen muss, zeigten die Solisten Benjamin Steil am Altsaxofon und Florian Sperzel am Flügelhorn.

Weihnachtliche Musik gibt es auf dem ganzen Erdball. Diesem interkulturellen Ansatz entsprechend, spielte der Japaner Masakazu Nishimine die „Taiko“, eines der ältesten Instrumente der Welt. Mit nackten Oberkörper bearbeitete er die Riesentrommel, bis der Beifall die gewaltigen Schläge nahezu übertönte. Leise Klänge waren am Sonntag in der Jahrhunderthalle zwar selten, sie wirkten dann aber um so faszinierender. So provozierten die Kinder aus Wixhausen mit dem afrikanischen Weihnachtslied „Dry Your Tears Africa“ einen frenetischen Applaus des Publikums.

Von der Aufnahme wird, wie bei den früheren Veranstaltungen auch, ein Album produziert. Es ist bei den beteiligten Chören erhältlich sowie im Internet unter www.crossover-x-mas.de.

 

mand
19.12.2006

 

 

Darmstädter Echo vom 10.07.2006

 

leer

 

BRAUNSHARDT. Eine würdigere Begrüßung konnte sich das „heimgekehrte“ Braunshardter Rokokoschlösschen nicht wünschen. Zwei hessenweit bekannte Weiterstädter Vereine, der Jazz- und Popchor Expression 88  und die Count City Big Band aus Gräfenhausen „swingten“ am Freitagabend vor der Fassade des 1760 erbauten Luisenflügels. Davor saßen im Halbrund etwa 300 Besucher. Viele davon nahmen das von der Stadt Weiterstadt erworbene Kleinod erstmals aus nächster Nähe wahr.

Die Freitreppe vor dem einstigen Speisesalon diente den 35 Sängern als Bühne. Fröhlich und voller Leidenschaft zelebrierten sie acht ganz unterschiedliche Stücke auf einem hohen Niveau. Nicht nur mit der Stimme, mit dem ganzen Körper schienen sie zu singen. Ihre Begeisterung schwappte schnell auf die Zuschauer über. Bei noch blauem Himmel beschwor der Chor unter Leitung von Wolfgang Diefenbach mit dem Song „On a clear Day“ aus dem gleichnamigen Musical, dass es auch an diesem Abend so bleiben möge.

Felix Mendelssohn Bartholdy hätte seine Freude gehabt, wie seine sechs Lieder aus dem Opus 59 „O Täler weit“ in verjazzter Form  klangen. „Ein extrem hoher Schwierigkeitsgrad, dies so zu singen“, wie der Dirigent hinterher bestätigte. Ob „Mood Indigo“, „All things you are“ von Duke Ellington, „St. Louis Blues”, „Close to you“,  „Gitarren spielt auf“ – die Melodien gingen ins Ohr. „Mitreißend, die Bohemian Rapsody“, sagte ein Zuschauer. Viele Füße wippten auch bei der von Henry Bienek moderierten  amüsanten „Gesangstunde“ im Takt mit.

Die Füße blieben auch in Bewegung, als im zweiten Teil die Count City Big Band unter Leitung von Sven Adelberger fetzige Musik in den Park schickte. Originalarrangements von Duke Ellington, Sammy Nestico, Peter Herbolzheimer und vielen anderen sind Markenzeichen dieser Gräfenhäuser Band. „A warm Breeze“, eine warme Brise, war es mindestens, was sie ihren Instrumenten entlockten, oft aber eher ein gewaltiger Sturm. Bei fast jedem Stück bestachen Solisten mit ihrem ganz typischen Sound.

Gesangssolistin Dorothee Michiels brillierte bei „Agua de Beber“ und „Alright; okay; you win“. Gewonnen hatten vor allem die Zuschauer. Rolf Schuster aus Gräfenhausen meinte etwa: „Ein geglücktes Arrangement von Chor und Bigband in einer romantischen, aber prickelnden Atmosphäre.“   

 Zum Abschluss traten noch einmal beide Formationen mit dem Titel „Blue Moon“ gemeinsam in Aktion. Zwar konnte der Mond weder blau noch überhaupt gesichtet werden, denn dunkle Wolken zogen von Westen her auf. Blitze zuckten in der Ferne und überstrahlten für Sekunden die stimmungsvolle Atmosphäre der Lichterketten im Park. Doch Blitz und Donnergrollen verhinderten nicht den Höhepunkt des Abends beim gemeinsamen Auftritt von Chor und Big Band.

Als die letzten Töne verklangen, kündigten die ersten Regentropfen den später einsetzenden Wolkenbruch an. Im „kleinen Schwarzen“ und im dunklen Anzug brachten die Akteure ihre Instrumente, Stühle und Bänke in Sicherheit. Ein letzter Swing an diesen Abend im letztlich nassen Park.

 

WERNER G. FELDMANN
10.7.2006

 

Darmstädter Echo vom 23.11.2004
Ein großer Tag für einen kleinen Chor Konzert: Die Weiterstädter Jazz- und Popsänger von Expression 88 zeigten in der "Alten Oper" Frankfurt ihr Können - Ein bleibendes Erlebnis

Von Werner Feldmann:
WEITERSTADT. Seinen wohl größten Auftritt hatte der Weiterstädter Pop-Chor Expression 88 am vergangenen Samstag: In der Alten Oper Frankfurt standen die 35 Sängerinnen und Sänger bei dem "Crossover-X-Mas" Konzert ihres Dirigenten Wolfgang Diefenbach auf der großen Bühne des ehrwürdigen Hauses. Je nach Stimmlage waren die Weiterstädter in dem Riesenchor von zweihundert Sängern, alle mit geschulten Stimmen, verteilt. Ein gewaltiges Klangvolumen erfüllte den großen Konzertsaal, als der Dirigent den Taktstock erhob. Ganz gleich, ob "America" aus Leonard Bernsteins "Westside Story" oder das "Hallelujah" von Georg Friedrich Händel erklang, die Zuschauer in dem fast ausverkauften Konzerttempel erlebten musikalische Sternstunden. Denn nicht nur das Heer von "Meistersingern" hatte der Chorleiter aufgeboten. Auch das von ihm geleitete Orchester der Baden-Badener Philharmonie und das Hessische Landesjugend-Jazzorchester füllten die Bühne. Dass sie mit internationalen Stargästen wie der kanadischen Sängerin Dee Daniels - von der es heißt, sie gehöre zu den großen Stimmen unserer Zeit - und dem großartigen Posaunisten Jiggs Wigham auftreten durften, wird von den Expression-Sängern als ein bleibendes Erlebnis bewertet. "Da lassen sich auch die Strapazen des Tages leicht wegstecken", sagt Brigitte Stadahl müde, aber glücklich nach dem Konzert.



Der arbeitsreiche Tag hatte schon mittags um 12 Uhr mit der Probe des gesamten Ensembles begonnen. Bis 18.30 Uhr ließ Dirigent Diefenbach die 360 Sänger und Musiker Gleichklang und Harmonie üben. Unmittelbar nach der Probe beantworteten dann die Weiterstädter "Troubadoure" begeistert ECHO-Fragen. Sie schilderten ihre Eindrücke, kurz bevor der große Auftritt begann: "Für mich ist das ein großes Erlebnis, auf dieser Bühne mit einem professionellen Orchester zu proben, auch wenn so oft die gleiche Stelle zu singen war", sagt Dorothee Michiels. "Die Atmosphäre zusammen mit 360 Leuten auf einer so großen Bühne zu stehen, ist beeindruckend", schwärmt Armin Wehrle. Da zu Hause in den Proben nur Teilstücke für das Konzert geübt werden konnten, war für Helga Janning das Zusammenwachsen der einzelnen Puzzlestückchen zu einem Gesamtbild faszinierend. Spannung, Lampenfieber? "Natürlich", gibt Brigitte Stadahl zu. Begeistert von dem Miteinander so unterschiedlicher Klangkörper zeigt sich auch Moderator Heinz Günter Heygen vom Hessischen Rundfunk, der während der Proben ebenfalls am Rande der Bühne die Akteure beobachtet. "Mir gefällt die Begeisterung der Sänger und Musiker und die Einzigartigkeit des Programms, das ich nachher moderieren muss. Es ist kein Weihnachtskonzert und doch eines. Aber fern von dem üblichen Gesülze." Für die Weiterstädter Sänger war es ein stressiger, spannungsgeladener, aber ganz großer Tag, wie Bettina Ackermann bestätigt.
Darmstädter Echo vom 18.11.2004
Töne wie "ein rohes Ei" "Expression 88": Dirigent Wolfgang Diefenbach arbeitet seit 1988 erfolgreich mit etwa 35 Sängern in Weiterstadt

Von : Melanie Neumann
Singe, wem Gesang gegeben, sagt ein Sprichwort. Immer mehr Menschen entdecken den Gesang als Freizeitaktivität wieder. Konzerte füllen selbst große Hallen. Chöre haben Zulauf, seitdem sie sich nicht mehr ausschließlich mit traditionellem deutschem Liedgut beschäftigen, sondern sich auch zeitgenössischen Melodien geöffnet haben. In einer Serie stellt das ECHO eine Auswahl von Chören im Landkreis, ihr Repertoire und ihre Leiter vor. WEITERSTADT. Wer glaubt, Chorleiter werfen mit Fachbegriffen aus der Musik nur so um sich, der liegt falsch. Es gibt Dirigenten, die werden nicht müde, immer neue Metaphern zu entwickeln, um den Sängern ihre Vorstellungen vom Sound zu vermitteln. Einer wie Wolfgang Diefenbach zum Beispiel, Leiter des Weiterstädter Jazz- und Popchors "Expression 88". Er greift zurück auf seine ersten Kochversuche, wenn die Sänger ein Stück besonders zart beginnen sollen: "Wie ein rohes Ei ist der Anfang." Sport fällt ihm ein, wenn nicht kantige, sondern federnde Akzente gefordert sind: "Alle Töne kicken, ja, Tennis bitte!" Denn Noten abzusingen, ist nur die eine Seite. Um einen bestimmten Klang zu realisieren, kommt es auf die Vorstellung an, sprich: "In eurem Kopf muss der Bildschirm aufgehen." Das trainiert Diefenbach mit den Sängern bereits seit der Gründung 1988. Damals waren die Weiterstädter einer der ersten Chöre, die Wege abseits des klassischen Repertoires gesucht haben. "Ich wollte etwas finden, was jungen Leuten Spaß macht", erzählt der 53 Jahre alte Dirigent aus dem Taunus. Mit seiner Mischung aus Swing, Blues, Gospel und Pop scheint Diefenbach richtig zu liegen. Die stabile Zahl von etwa 35 Mitgliedern und die ansehnliche Liste von Konzerten beweisen dies. Und nun steht etwas Großes ins Haus. Der international geschätzte, klassisch ausgebildete Dirigent leitet neben dem Weiterstädter Chor nämlich noch weitere Formationen, unter anderem das Vocal Ensemble "Le Courage" und das Landesjugend-Jazzorchester. Er pflegt Kontakte zu anderen Orchestern und Solisten, und hat für ein Weihnachtskonzert am Samstag (20.) in der Alten Oper Frankfurt die Strippen gezogen. Helga Janning, seit drei Jahren im Weiterstädter Chor, findet es spannend, mal in so einem großen Haus zu singen. Nicht, weil es besonders aufregend wäre: "Wenn ich zwischen 200 Leuten stehe und singe, bin ich nicht aufgeregt", sagt sie, "da sind ja genug andere um mich herum." Sie freue sich, einmal hinter die Kulissen der Alten Oper schauen zu können. Für die Musik, die sie jetzt mit Begeisterung singe, habe sie sich lange Zeit gar nicht interessiert, erzählt die junge Frau. Aber dann kam sie mit jemandem zusammen, der Jazzmusiker war. Der Lebenspartner hat gewechselt, der Jazz ist geblieben. Nun proben sie und die anderen Sänger von Expression 88 im Kindergarten im Braunshardter Schloss. Doppelprobe, das heißt von 19 bis 21.30 Uhr. Der Tag des großen Konzerts steht vor der Tür, bis dahin müssen "Brand New Day" (aus: Der Zauberer von Oz), "Bridge Over Troubled Water" (Paul Simon), "White Christmas" (Irving Berlin) und viele andere Songs sitzen. "Ich kann auch das andere", sagt Diefenbach und meint klassische Musik. "Aber die Leute im Chor haben sich auf diesen Stil festgelegt." Mittlerweile gebe es so viel anspruchsvolle Literatur in Jazz und Pop, dass eine interessante Chorarbeit möglich sei. Oft nähmen Dirigenten Songs aus der U-Musik ins Repertoire, um neue Sänger zu gewinnen. Von der "Gospelkrücke" halte er aber gar nichts, denn gut gemacht erfordere auch diese Musik sängerisches Können, sagt Diefenbach. Wer denn bei den Weiterstädtern mitsingen möchte, sollte Töne treffen. "Es gibt auch ein Vorsingen - ein entspanntes", fügt der Leiter hinzu. "Expression 88" probt immer montags von 19 bis 20.30 Uhr im Braunsharder Schloss. Info unter www.expression88.de
Darmstädter Echo vom 15.10.03
Musikalische Farbtupfer im Bürgerhaus Konzert der Jazz und Popchor „Expression88“ feiert mit einem Auftritt in Weiterstadt sein fünfzehnjähriges Bestehen – Ein Programm für Auge und Ohr bekommt reichlich Beifall!

Von Werner Feldmann: Weiterstadt
So wie bei einem Feuerwerk eine neue Leuchtrakete die vorhergehende mit bunten Strahlen übertrifft, so überstrahlte beim Konzert des Jazz-Pop-Chors „Expression 88“ jeder neue Programmpunkt den vorherigen. Mehr als 500 Zuschauer feierten mit dem Ensemble dessen fünfzehnjähriges Bestehen im Weiterstädter Bürgerhaus. „Schon der erste Auftritt hat mich fasziniert und dann ging es furios weiter“, schwärmte Werner Hamm. Mit dem Lied „Celebration“ gratulierte sich der Chor erst einmal selbst zu dem, was er seit der Gründung erreicht hat. „Es wäre fast abendfüllend, wolle man alle Erfolge aufzählen, sagte Rundfunk und Fernsehmoderator Elmar Bartel, der nicht nur den Abend moderierte, sondern auch mehrfach als Solist auftrat und im Duett mit Dorothee Michiels Frank Sinatras „Something Stupid“ beisteuerte. Ob die „Expressions“ a capella sangen („As Tears go by“) oder ob sie in Begleitung der Band „Rock Magic“ Cole Porters „Night and Day“ zelebrierten, von Anfang an rissen sie das Publikum mit. Die Sänger vereinnahmten Auge und Ohr gleichermaßen. Das Publikum quittierte es mit brausendem Beifall. Leuchtende Farbtupfer waren nicht nur die grazil dynamische „Dance Company“ aus Hofheim, auch als die Frauen bei ihrem Soloauftritt bunte Rücke über ihre schwarzen Kleider streiften und mit dem „African Medley“ singend und swingend die Bühne beherrschten, begeisterte die Zuschauer. Dass Chorleiter Wolfgang Diefenbach, unter anderem ist er auch künstlerischer Leiter des „Landesjugend-Jazzorchesters“, musikalisch in jeder Hinsicht Herr der Töne ist, bewies er mit seinem „Querflötensolo. Begleitet wurde seine zarte Musik von Band und den beiden Tanzpaaren aus Hofheim. Stimmliches Feingefühl und rhythmische Vielfalt bewies der Chor insgesamt, aber welche kraftvollen Stimmen darin steckten, wurde deutlich, als die Solisten Dorothee Michiels, Renate Kunze, Graziella Phalbusch, Antje Sine, Brigitte Stadahl, Henry Bienek, Alexander Franz, Helga Janning und Helmut Zander vor dem Mikrofon standen. Arrangement und Choreographie entwickelte Dorothee Michiels, die damit selbst Diefenbach mit ihren Ideen überraschte:“ Es war ein professionelles Drehbuch.“ Else Bühler: „Das Arrangement war neben der stimmlichen Qualität zauberhaft.“